Der Vormarsch der AGVs ist unaufhaltsam. Der Personalmangel zwingt auch die Lebensmittelunternehmen, ihre Logistikprozesse zu automatisieren. Doch wer AGV sagt, sagt auch Vision-Technologie. Denn Kameras und Scanner müssen dafür sorgen, dass sich das FTS kollisionsfrei über den Boden bewegt. Nicht gerade die einfachste Programmieraufgabe. Deshalb bringt ifm electronic jetzt die O3R Perception Platform auf den Markt. Eine Revolution in der digitalen Bildverarbeitung, die für schnellere Reaktions- und Programmierzeiten sorgt.
Das A in AGV steht für "autonom". Der Ausgangspunkt für solche Anwendungen ist also, dass das AGV seine Aufgaben mit möglichst wenig menschlicher Interaktion erledigt. "AGVs müssen daher in der Lage sein, Hindernisse auf ihrem Weg rechtzeitig zu erkennen, um Kollisionen zu vermeiden", erklärt ifm-Produktspezialist Kenneth Van de Perre. "Dazu werden Daten von verschiedenen Scannern und Sensoren kombiniert, so dass das AGV tatsächlich eine 360°-Sicht auf seine Umgebung erhält. Eine Aufgabe, die die nötige Rechenleistung erfordert, um all das quasi in Echtzeit zu verarbeiten. Je schneller das AGV reagieren kann, desto sicherer und flexibler kann es seine Arbeit verrichten."

Mit dem O3R-Wahrnehmungsplattform ifm electronic bietet nun eine willkommene neue Lösung für diesen Markt. Van de Perre: "Der Ausgangspunkt bei der Entwicklung war, eine separate Einheit zu schaffen, die die gesamte Bildverarbeitung im und um das AGV herum übernehmen kann. Eine schlüsselfertige Lösung, die dann nur die Signale an die Steuerung des FTS sendet, die es braucht, um um Hindernisse herum zu manövrieren oder sicher zum Stehen zu kommen, wenn sich Personen nähern." Dies schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten, künstliche Intelligenz hinzuzufügen und das AGV lernen zu lassen. Schließlich ist genügend Rechenleistung vorhanden. Die O3R-Wahrnehmungsplattform besteht zum einen aus einem kompakten Kamerakopf. "Darin sind jedoch mehrere Technologien kombiniert: eine 3D-Flugzeitkamera, eine 2D-RGB-Kamera und eine Infrarotlichtquelle", fügt Van de Perre hinzu. Auf der anderen Seite befindet sich die VPU (Virtual Processing Unit), die alle Bilddaten in Echtzeit verarbeitet. An sie passen bis zu sechs Kameraköpfe, es können aber auch die vorhandenen Sensoren des FTS angeschlossen werden. Die VPU enthält außerdem zwei Ethernet- und zwei USB-Anschlüsse sowie eine integrierte Trägheitsmessung.

So kann das FTS mit dieser intelligenten Hardware schon heute schneller antizipieren, für mehr Sicherheit und Flexibilität im Straßenverkehr. Um nun auch den Entwicklern solcher Anwendungen die Arbeit zu erleichtern, startet die ifm electronic eine Partnerschaft mit der O3R-Wahrnehmungsplattform ein Entwicklerportal. "Bevor wir mit der Entwicklung von O3R begonnen haben, haben wir uns mit Entwicklern von Bildverarbeitungsanwendungen für die mobile Robotik ausgetauscht. Sie stießen sich vor allem an der Komplexität der Integration visueller Daten in die Bewegungen des FTS und der Bereitstellung der notwendigen Rückmeldungen. Über das Portal stellen wir daher Open-Source-Anwendungen und Vorlagen zur Verfügung, die die Programmierung solcher Anwendungen erleichtern. Ein gutes Beispiel ist die 'Code-Modulation'. Damit können Entwickler eine robuste Punktwolke erstellen, ohne Kompromisse bei der Bildrate (Verarbeitungszeit) eingehen zu müssen. Schließlich müssen sie keine Störungen mehr herausfiltern. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie die Daten in dem technischen Rahmen verarbeiten können, mit dem sie vertraut sind. Denken Sie an C++, Python, Docker, ROS ... Und das spart eine Menge Zeit", schließt Van de Perre.