Die belgischen Biere entwickeln sich weiterhin gut. Das bemerkenswerteste Wachstum in den Beneluxländern sind die Biere der Stadtbrauerei De Halve Maan. Um diesen Trend auch in den kommenden Jahren fortzusetzen, stand ein neues Gebäude an. Innerhalb der Stadtmauern war der Platz zu begrenzt, aber am Ende der Brügger Bierlinie fand die Brauerei genug Platz, um zu wachsen. Seit kurzem erhebt sich dort ein markantes neues Gebäude über die Brügger Skyline. Eine Realisierung von Beeuwsaert Construct, ein gutes Beispiel für Teamarbeit und Flexibilität.

Im Jahr 2005 hauchte Xavier Vanneste, die sechste Generation der Brauerfamilie, der seit 1856 bestehenden Brauerei De Halve Maan mit der Einführung von Brugse Zot neues Leben ein. Die Weichen für die Zukunft waren gestellt, denn dieses obergärige Bier fand sofort Anklang und begeistert bis heute Liebhaber im In- und Ausland. Der Heimathafen der Brauerei liegt mitten im Zentrum von Brügge, die Abfüllanlage seit 2010 in einem Industriegebiet am Stadtrand. “Dort hatten wir keine weiteren Expansionsmöglichkeiten”, eröffnet Braumeister Frederik Verstringe. “Die kalkulierte Produktionskapazität lag dort bei 50.000 hl, aber inzwischen waren wir schon bei über 65.000 hl. Das war wirklich eine Geschichte, die aus allen Nähten platzte.”

Die Brauerei De Halve Maan gründet sich zwar auf Tradition, aber Innovation wird ebenso hoch geschätzt. Seit 2016 verbindet eine 3,3 km lange unterirdische Bierleitung die beiden Standorte. Eine Initiative, die von einer kühnen, aber nachhaltigen Vision zeugt, da sie den Schwerlastverkehr im Stadtzentrum überflüssig macht. Verstringe: “Dort hatten wir die Möglichkeit, die Grundstücke nebenan zu kaufen, den Platz, den wir brauchten, um unsere Kapazitäten weiter auszubauen. Wir wollten aber nicht nur ein Industriegebäude errichten, sondern ein Wahrzeichen schaffen, das unsere Verbundenheit mit der Stadt Brügge unterstreicht.” Ein Wahrzeichen, bei dem die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht. Und das geht über Sonnenkollektoren und Wasseraufbereitung hinaus. Die gesamte Restwärme aus den Prozessen wird an anderer Stelle im Gebäude genutzt.

Also ein Industriemastodon mit grünem Charakter. Aber keineswegs eine einfache Sache zu bauen. Während der Bauphase mussten die Produktionsaktivitäten und die Zufahrt für LKWs jederzeit gewährleistet sein.
Ein Projekt, das De Halve Maan deshalb Beeuwsaert Construct aus Ledegem anvertraute. “Unser Architekt hatte seine Hausaufgaben mit einem sehr detaillierten Lastenheft gemacht. Der Unterschied bestand in den Referenzen, dem Vertrauen und dem Preis. Wir waren davon überzeugt, dass Beeuwsaert mit uns zusammenarbeiten konnte, um dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen”, erklärt Verstringe. Beeuwsaert war für einen Teil der Abbrucharbeiten, die Errichtung des gesamten Rohbaus, alle strukturellen Arbeiten, den Ausbau der Büroräume und die Technik zuständig. Die Arbeiten begannen Ende 2019. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses waren die letzten Details zur großen Zufriedenheit des Bauherrn abgeschlossen.

An Herausforderungen mangelte es dem Spezialisten für Industriebau jedoch nicht. Verstringe: “Die Produktionsfläche hatte absolute Priorität. Insgesamt verdreifacht sich durch den Anbau unsere Produktionskapazität, die Fläche verzehnfacht sich sogar. Aber das Gebäude wurde so konzipiert, dass hier alles miteinander verwoben ist. Das gibt dem Gebäude genau das ikonische Aussehen, auf das wir heute so stolz sind, aber es machte die Sache für den Bauunternehmer ziemlich schwierig.” Das bedeutete, dass Beeuwsaert nicht einfach von Grund auf neu bauen konnte, sondern oft über brandneuen Geräten arbeiten musste. Jedes Mal, wenn eine Anlage geliefert wurde, musste der Raum, in dem sie untergebracht wurde, wind- und wasserdicht sein und ausreichende Stabilität bieten. Gleichzeitig setzte der Maschinenbauer, der die Ausrüstung lieferte, sehr strenge Fristen. Aber auch der Bau selbst war kein alltägliches Projekt. Das 20 m hohe technische Rohr wurde vorgefertigt auf die Baustelle geliefert. Außerdem handelte es sich um einen 23 m langen Stahlträger, der mit 54 Tonnen der schwerste ist, den Beeuwsaert je in seiner eigenen Stahlproduktion hergestellt hat.

“Beeuwsaert musste diesen Umzug in seiner Strukturplanung berücksichtigen. Es wurde vereinbart, welche Elemente vor dem Umzug gebaut werden sollten und welche nicht. Das sind Dinge, die man, egal wie gut man alles vorbereitet, nicht ganz schlüssig vorhersagen kann. Aber sie haben immer berücksichtigt, was unsere Produktion braucht.” Kommunikation war also der Schlüssel zum Erfolg bei diesem Projekt. “Ein starkes Beispiel für Teamwork”, fasst Verstringe selbst zusammen. “Ich und Projektleiter Mathias Despriet waren in ständiger Absprache. Eine Baustelle dieser Größe steht und fällt mit dem Projektleiter und seinem Team. Während des gesamten Projekts genügte mir ein Ansprechpartner, um den Stand der Dinge zu erfahren. Er und Beeuwsaert haben sich in jeder Phase als flexible Partner erwiesen, die mit mir immer wieder nach Lösungen gesucht haben.”