Kaum 1 von 10 Broten wird aus belgischem Weizen hergestellt. Das können wir besser machen", dachte sich die Copains-Gruppe, eine industrielle Bäckerei mit Sitz in La Louvière. Geschäftsführer Olivier de Cartier: "Bei Copains haben wir 2015 beschlossen, nur noch mit belgischen Landwirten zusammenzuarbeiten. Wir wollen belgisches Brot von höchster Qualität herstellen, und das in völliger Transparenz."
Viele Verbraucher und Lebensmittelunternehmen bevorzugen Lebensmittel und Getränke, die auf möglichst vielen lokalen, hochwertigen Rohstoffen basieren. Die Copains-Gruppe möchte sich noch stärker darauf konzentrieren und setzt daher auf eine vollständig lokale Wertschöpfungskette.
"Der gesamte Weizen, den wir verwenden, stammt von sechs belgischen Landwirten", sagt Olivier de Cartier, der Geschäftsführer.

Um sich davon zu überzeugen, dass es auch anders geht, hat sich Copains von einer zweitägigen Radtour durch die belgische Getreideindustrie inspirieren lassen. 3 Zwischenstopps beweisen, dass es möglich ist. Die dafür notwendigen Zutaten? Eine kurze Kette mit genügend Akteuren, die hinter der lokalen Geschichte stehen. Das heißt: genügend Landwirte, die Weizen anbauen, Lebensmittelunternehmen, die lokale Rohstoffe verwenden, Geschäfte, die lokale Produkte präsentieren, und schließlich Verbraucher, die bereit sind, dafür zu zahlen.
Der Brotproduzent investiert nicht nur in lokale Produktionsketten, sondern setzt sich auch für die Kreislaufwirtschaft und die Reduzierung der CO2-Emissionen ein. Zu diesem Zweck arbeitet Copains u. a. mit der Bierbrauerei Brussels Beer Project zusammen. Copains verwendet den Biertrester des Babylone-Biers für sein Brot. Olivier: "Die Verwendung von Biertrester, einem Restprodukt von Bier, ist eine innovative Lösung, um den Kreislauf zu schließen."
Seit letztem Jahr nimmt Copains an einem Pilotprojekt mit Farm For Good teil, das sich für eine regenerative Landwirtschaft einsetzt. Dabei geht es um die Verbesserung der Bodenqualität und die Speicherung von CO2 im Boden. Ein Ziel, das sich auf die Produktion auswirkt, denn sie darf 12.000 Brote pro Tag nicht überschreiten, oder sogar 16.000, wenn die letzten Anpassungen vorgenommen werden.

Auch der Preis ist etwas höher als der Durchschnitt. "Logisch, denn jedes Glied in der Brotherstellung schafft einen gewissen Wert. Das Engagement für eine kurze Kette hat einen gewissen Preis. Gemeinsam kommen wir viel weiter", fährt Olivier fort. "Was die Kommunikation über unsere Produkte anbelangt, gibt es also noch einiges zu tun. Aber die Verbraucher, die seit Jahren nach qualitativ hochwertigem Brot mit Respekt für die Umwelt suchen, sind mit uns an den richtigen Ort."